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Wallfahrtsort Maria Bildstein

Im Jahre 1519 trug der Meisterknecht des Damenstifts Schänis, Johann Heinrich Jud, eine von ihm verehrte Marienstatue auf den Oberen Buchberg bei Benken. Noch im gleichen Jahr liess die Äbtissin des Damenstifts einen steinernen Bildstock für die Marienstatue errichten. So ist der Name «Maria Bildstein» entstanden und die Geschichte dieses Wallfahrtsorts hat ihren Anfang gefunden.

Um 1750 war die kleine Kapelle mit dem steinernen Bildstock als Gfrörer-Chappeli bekannt.
Der Bischof von St. Gallen, Johannes Peter Mirer, weihte im Jahr 1848 eine neue Kapelle unter dem Titel «Unserer Lieben Frau vom Siege» ein und feierte das erste Messopfer auf Maria Bildstein. Mit dem Bau des Priesterhauses im Jahre 1878 und der Gründung einer Aktiengesellschaft erfolgte die Abtrennung von der Pfarrei Benken und Maria Bildstein wurde ein selbstständiger Wallfahrtsort. Eine grössere Kapelle mit Krypta wurde drei Jahre später gebaut, welche in den Jahren 1965/1966 mit der heutigen Wallfahrtskirche ersetzt wurde. Der steinerne Bildstock aus dem Jahr 1519 befindet sich heute in der Krypta.

Ein Ort der Stille
Die Besonderheit von Maria Bildstein sind die weitläufigen Grotten- und Kreuzweganlagen im Wald. Sie laden zum Verweilen oder zum Kraftholen an diesem Ort der Stille ein. Es sind Zeitzeugen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Diese Kleinarchitekturen und ihre plastischen Darstellungen aus dem Leben Jesu sind in der Nordschweiz einmalig und sind mit den «Heiligen Bergen» des Barocks, den «Sacri Monti» am südlichen und östlichen Alpenrand zu vergleichen.
Zum 500-Jahr-Jubiläum von Maria Bildstein im Jahre 2019 wurde dieser Sacro Monte mit einem sakralen Werk der Gegenwartskunst erweitert und bereichert. Marlies Pekarek *1957, St. Gallen, schuf die «Madonna im Waldgarten», umrahmt von einem Ziergitter aus Engelmotiven. Dadurch wird die Tradition der Marienverehrung ins Heute übertragen.

Maria Bildstein heute
Die Stiftung Maria Bildstein mit Stiftungsrat bildet die Trägerschaft. Seelsorgerisch wird Maria Bildstein von der Benediktiner-Abtei St. Otmarsberg, Uznach, betreut. Zwei Ingenbohler Schwestern wohnen im Priesterhaus und sind die ersten Ansprechpersonen. Während der Woche wird zum Rosenkranzgebet mit anschliessender Eucharistiefeier eingeladen. Die Sonntagsgottesdienste samstags um 15 Uhr und sonntags um 10.15 Uhr werden von vielen Gläubigen mitgefeiert. Besonders an schönen Sommertagen finden sich in der Arena vor der Wallfahrtskirche viele Gottesdienstbesucher ein. Der Wallfahrtsort Maria Bildstein wird auch für Team- und Vereinsausflüge gewählt. Maria Bildstein ist seit 500 Jahren ein Gnadenort und wird auch in Zukunft ein Kraftort für alle Menschen bleiben.

Weitere Informationen: www.mariabildstein.ch Standort anzeigen